Ich sitze unter dem Magnolienbaum,
an diesen einen, für mich altbekannten Ort.
Hier erinnere ich mich – an eine vergangene Zeit,
und mache mich auch in Zukunft dafür bereit.

Um diesen Magnolienbaum zu sehen,
muss ich nicht weit gehen …
Hier habe ich schon viele Fotos gemacht,
mit dem ein oder anderen gelacht.
Blumen gepflückt, (Volks) Feste gefeiert, Musik gehört,
gebetet, ein Buch gelesen, ungestört.

Zunächst ist es still, ich denke nach.
Dann kommen Kinder angerannt,
Hand in Hand.
Sie klettern auf dem Baum, um besser alles zu sehen,
doch ihre Sprache kann ich nicht verstehen.

Drumherum stehen die Frauen, die Mütter,
keine Männer, keine Väter – ihre Hoffnung:
Vielleicht kommen sie später.

Sie sitzen unter dem Magnolienbaum,
an diesem fremden Ort.
Keine Erinnerung, mit keinem Wort,
Machen sie sich für ihre Zukunft bereit?
Wie sollen sie? Ihr Zuhause ist weit weg,
ganz weit!

Es ist über ALLE derselbe HERR, reich für alle, die ihn anrufen. (Römer 10, 12)

Das Weltgericht: … ich war ein Fremder bei euch, und ihr habt mich aufgenommen. (Matthäus 25, 35)

Frühling 2022 / Für die Ukrainer

 

 

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