Die letzten Sonnenstrahlen,
(kurz nach den Wahlen)
der letzte Sommerblumengeruch,
verbunden mit dem letzten Gartenbesuch.
Ein letztes Bienensummen,
Abendessen auf der Terrasse,
bevor ICH diesen Sommer verlasse.
Ein letztes Mal Ballerinas tragen,
ohne Strümpfe in die Schuhe wagen,
und ohne Jacke herausgehen.
Ich lasse sie durch mein offenes Haar wehen,
die letzten Sommerwinde -
bevor ich sie für
die Wintermütze zusammenbinde.
Ein letztes Mal den Rasen mähen,
ins Wasser gehen,
mit offenem Dach fahren,
ein letztes Mal im
Sommerkleid verharren.
Ein letztes Mal die Kinder
auf der Straße spielen hören,
und die Nachbarn,
die mit der Motorsäge stören.
Ein letztes Mal
mit dem Fahrrad unterwegs sein,
draußen sitzen, mit einem letzten Glas Wein.
Ein letztes Mal den Kaffee
morgens draußen trinken,
die Losungen lesen
und dabei im Liegestuhl versinken.
Die ersten Blätter fallen längst vom Baum,
Kastanien, Eicheln, Nüsse -
die erste Herbst-Deko im Raum.
Das erste Mal die Heizung aufdrehen,
die ersten Lebkuchen im Aldi sehen.
Die ersten Gedanken zur Weihnachtsfeierplanung,
der erste Regen, die erste Sturmwarnung.
Das erste Laub wegfegen, inklusive Erntedanksegen.
Die erste Dunkelheit,
die erste gemütliche Zeit,
ein erstes Kerzenlicht.
Und in diesem Jahr,
ein erstes Herbstgedicht.
Was auch immer das erste
oder letzte Mal geschieht,
es passiert nichts,
ohne dass Gott es nicht sieht.
Der Herr schaut vom Himmel herab und sieht jeden Menschen! ... über alles, was sie (die Menschen) tun, weiß er Bescheid. (Psalm 33,13-15)
Ich bin der Erste und der Letzte ... (Offenbarung 22,13)
September 2013
(Vorlesung im Programm "Herbstmelodie" am 22.10.2023, EFG Recklinghausen)