Tasse Kaffee

 

Die Zeit rennt und ich hinterher,
meine Tasse Kaffee schwappt über,
jetzt ist sie leer.

Dies und das, jenes und solches,
ich darf, ich soll, ich werde, ich kann …

doch DU Gott sagst zu mir ganz liebevoll:
„Halt an! Halt an, STOPP, bleib stehen,

lass uns zusammen
ein Stück "langsamer" gehen!“

DU Gott, hast mir viel zu sagen:
„Bete, danke, vergebe, tue Gutes,
sei frohen Mutes.

Sei ruhig, etwas wild,
und lächele es an, dein Spiegelbild.
Meine Tasse Kaffee
sie schwappt nicht mehr über,

sie ist fast voll,
mache noch Sahne darüber.

Wir reden von heute,
von morgen und von früher.

Mittlerweile verstehe ich so viel
und gleichzeitig nichts.

DU sagst: „Ist okay, bleibe in meinem Licht!
Hier hast du auf jeden Fall die bessere Sicht.“

Das Handy kommt auf die Ladestation,
der Fernseher bleibt aus,

der Laptop ist heruntergefahren,
DEIN Wort ist aufgeschlagen.

Ich lese, DU sprichst, ich sinne nach,
etwas mehr Klarheit und Wahrheit,
jetzt und hier, Freude, ist in mir.

Ich erweitere meine Liste,
die, mit den verrückten Ideen,
unmöglichen Plänen,

einfach, was ich Gutes tun kann – irgendwann.
Denn der Glaube ist tot ohne die Tat,
kommt Zeit, kommt Rat.
Na ja, lassen wir die Pläne
noch etwas im Notizbuch verweilen,

mit der Hoffnung auf Optimierung
u. Vermehrung dieser Zeilen.


Meine Tasse Kaffee ist leer,
ich will keinen mehr.

Ich beende meine Stille-Zeit,
die eigentlich nicht still ist,

und von „beenden“
kann man auch nicht sprechen,

denn DU Gott bist ja da, allgegenwärtig,
24 Stunden geöffnet,
rund um die Uhr – ewig.

Wie gut – darum lebe ich.

Dezember 2021

(Vorlesung im live Programm "Frühlingszeit" EFG Recklinghausen)