Auf dem Eis

 

Verzweiflung, Ungewissheit
und Angstschweiß,

mir war kalt und heiß.
Viel sicherer, eleganter und unbekümmerter,
ziehe ich jetzt meinen Kreis – auf dem Eis.

Was DU vorhergesagt hast, ist passiert,
doch – ich war ziemlich irritiert.
Wen DU prüfst, den liebst DU?
Wenn das so ist, nun gut,
in meiner Angst, Niederlage und Wut,
bin ich gewachsen, hab sie kennengelernt,
die Frau, die in mir lebt - MICH
und umso mehr sage ich DIR:
Ich liebe DICH!

In meiner Verzweiflung schrie ich zu ihm, meinem Gott ... mein Hilferuf drang durch bis an sein Ohr. (Psalm 18,7)

Höhen und Tiefen, die riefen:
„Neu wird es geformt, dein Gesicht,
und du bist „nichts“
mit deinen eigenen Gesetzen

und deinem eigenen Gericht.“

Lieber tausend Tage mit DIR auf dem Eis,
als einen Tag ohne DICH, wohlbehütet in dieser Welt,
wo nur Besitz und Macht zählt.

Ein Tag im Vorhof deines Tempels zählt mehr als sonst tausend. Lieber an der Tür deines Hauses stehen als bei Menschen wohnen, die dich missachten. (Psalm 84,11)

Ich bin immer noch auf dem Eis,
warm angezogen, ziehe ich einen riesigen Bogen,
um die Fehler, die ich nur einmal machte,
und immer noch daraus lerne.
Mittlerweile laufe ich auf dem Eis, ganz gerne.

Es ist so still in mir, ich bin so sorgenfrei,
es ist so ruhig und aller Stress ist mir fern,
Freude bewegt meine Sinne,
wenn ich an das nächste Jahr denke,
weil ich weiß, wie ich meine Fehlerquote senke.

Ich bin unvollkommen, aber vor DIR perfekt,
ich bin manchmal unfair, aber vor DIR gerecht,
ich bin manchmal schwach aber vor DIR immer gleich,
manchmal lüge und betrüge ich,
doch DU bleibst immer bei der Wahrheit,
und mit DIR lebe ich gegen diese schlechte Welt,
gegen den Strom, es ist so schön,
in DEINEM Haus zu woh`n.

Im Haus meines Vaters gibt es viele Wohnungen ... (Johannes 14,2)

Ich bin immer noch auf dem Eis,
es ist dunkel und kalt,
doch in mir ist es hell und mir ist warm,
denn DU läufst neben mir
und hältst mich in deinem Arm.

Ich habe euch lieb, spricht der Herr. (Maleachi 1,2)

Dezember 2009