Ich will dichten,
aus meinem Herzen berichten,
Gedanken, Geschichten,
spielerisch geformt,
kreativ genormt.
Ich will bewahren,
erzählen, weitersagen, rufen, schreien,
was passiert, passiert ist,
noch passieren wird,
von all dem, von dem einige denken,
dass man sich irrt.
Diese G e d i c h t e,
sie sollen sein wie ein lautes Flüstern,
feuriges Knistern,
klar und deutlich,
und doch verwirrt
und undurchsichtig,
schlicht, distanziert,
bewegend und belebend.
Spiel der Worte, Reime,
ist Spiel meiner Gedanken,
die man nicht sieht,
nicht anfassen kann,
ein Nicht-Wissen über etwas,
was eines Tages begann.
Gedichte sind für mich wie Wind,
wie Schmetterlinge,
wie ein spielendes Kind,
ein leichtes Kleid in glühender Hitze,
ein Genießen zwischendurch,
ein Stück reine Liebe ohne Furcht,
Wahrheit zwischen den Zeilen,
etwas Zeit im ständigen Beeilen,
wie ein Augenblick, einen Moment,
der mich von aller Bürokratie,
Verwaltung, Askese
und Gesetzen trennt.
Sie sind wie eine Farbe
die ins Auge fällt,
wie ein gefundenes Stück Geld,
ein neuer Sound,
wie ein Streicheln über die Haut,
wie ein Lächeln,
dass wieder aufbaut.
Sie sind Ziel meiner Inspirationen,
erlebte Situationen.
Sie sind Nachgeschmack
meiner Vergangenheit,
zerkaut in der Gegenwart,
Duft der Zukunft,
gesunder Zwischensnack,
es sind Gedanken die ich aufschreibe –
sonst sind sie nämlich für immer weg.
2008
(Vorlesung im Programm "Herbstmelodie" am 22.10.2023, EFG Recklinghausen)
(Vorlesung im Programm "Frühlingszeit" am 07.04.2024 EFG Recklinghausen)